Musik an der Waldkirche Planegg

Die Musik ist eine Gabe und Geschenk Gottes, die den Teufel vertreibt und die Leute fröhlicher macht (Martin Luther)


Sonntag, 15.09.2019, 19 Uhr
Bell´Cello & Gambello
Jessica Kuhn – Barockcello / Violoncello piccolo
Arno Jochem de La Rosée – Viola da Gamba / Lyra Viol

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Anonymous (1684) Johnny Cock thy Beaver (a scotch tune to a ground)
Viola da Gamba – Barockcello

Anonymous (1580) Woodycock
Viola da Gamba – Barockcello

Anonymous Lancashire pipes
solo Lyra Viol


Giovanni Coperario (John Cooper) Fantasia
(ca. 1570-1626) Viola da Gamba – Barockcello


John Jenkins Fantasia und Ayre in a für 2 Gamben (17. Jh.)
(1592-1678) Viola da Gamba – Violoncello piccolo

Christopher Simpson Division in G for 2 viols (um 1659)
(1605-1669) (Bodleian Library MS)
Viola da Gamba - Violoncello piccolo


Tobias Hume „Touch me lightly“ – „Harke, Harke“ (um 1605)
(ca.1569-1645) Lyra Viol (in Tabulatur)



François Couperin Duo aus „Les goûts-réunis“
(1668-1733) Vivement – Air – Sarabande – Chaconne légère
Viola da Gamba – Barockcello


Jean-Baptiste Masse Sonata Prima (Second livre, 1739)
(um 1700-1757) Viola da Gamba - Barockcello


Giorgio Antoniotti Sonate Nr. 11 op. 1 a-moll
(1692-1776) Viola da Gamba - Barockcello


(Änderungen vorbehalten) - Eintritt auf Spendenbasis


Zum Programm

In diesem Programm hören Sie verschiedene Barockcelli und Gamben mit Musik vom frühen 17. bis zum späten 18. Jahrhundert.

Wir eröffnen das Konzert mit drei Volksweisen aus Schottland und England. Das erste Lied mit vielen Veränderungen über einem feststehenden Baßthema thematisiert eine vermutlich schottische Hutmode – „Beaver“ - die in dem alten Volkslied ein wenig verspottet wird.

Nach „Woodycock“ – einem der meißtgespielten Songs der „Tudor – Ära“ (1485-1603 in England und Wales) - hören Sie die Lyra viol – ein hauptsächlich in England gespieltes Instrument der Gambenfamilie, das hier den Dudelsack imitiert. Für die Lyra viol existieren 60 verschiedene Scordaturen (Stimmungen), weshalb die Stücke in Tabulatur notiert sind.

Weiter geht es mit Musik der Spätrenaissance von John Cooper, englischer Gambist, Lautenist und Komponist, der seinen Namen aus Reputationsgründen italienisierte.

Schließlich begegnen wir dem zu Lebzeiten berühmten Komponisten, Gambisten und Lautenisten John Jenkins, dem Meister des Gambenspiels Tobias Hume (der erste in der Musikgeschichte, der das Spiel mit der Bogenrückseite verlangt – col legno) und dem Gambenvirtuosen Christopher Simpson, Meister der Divisions: melodische und sehr virtuose Variationen über ein Bassthema.

Hier hören Sie das Violoncello piccolo, das mit seiner hohen e-Saite eine gambenähnliche Sonorität erlangt. Diese Stimmung eines viersaitigen Cellos mit g-d-a-e Saiten war Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts in Venedig und Bologna üblich.

Die feine französische Musik vom Versailler Hof zu Zeiten Ludwigs XIV erklingt mit dem Duo aus „Les goûts-réunis“ des Hofkomponisten des „Sonnenkönigs“: Francois Couperin, einem der wichtigsten musikalischen Persönlichkeiten zwischen Lully und Rameau. Und mit der Sonate des Cellisten Jean Baptiste Masse, einem der „Vingt-quatre violons du Roy“ - der 24 Streicher des Königs, zu deren ehrenvoller Aufgabe die Ausgestaltung von Festlichkeiten am Hof gehörte.

Das Programm endet mit dem Mailänder Giorgio Antoniotti, Cellist und Komponist, dessen kompositorischer Stil durch seine ausgedehnten Reisen von den musikalischen Strömungen und Aufführungspraktiken unterschiedlicher Schulen in Frankreich, Deutschland, England und Italien beeinflusst wurde.
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Jessica Kuhn – Barockcello / Violoncello piccolo
Arno Jochem de La Rosée – Viola da Gamba / Lyra Viol